Diagnostik
Parasitologie
Parasiten gehören zu den häufigsten Krankheitserregern beim Koi. Oft
leben die unterschiedlichsten Parasiten unbemerkt auf unseren Fischen. Erst wenn,
ausgelöst durch irgend eine Form von Stress wie Wassertemperaturschwankungen, schlechte
Wasserqualität, schlechte Fütterung, Transport oder andere Erkrankungen, die Fische
geschwächt sind, können sie sich massenhaft vermehren und zu ernsthaften Problemen
führen. Die Krankheitssymptome wie Scheuern, Hauttrübung oder Atemnot sind nicht
charakteristisch für eine bestimmte Parasitenart. Eine schnell wirksame Behandlung der
Fische ist daher nur nach einer mikroskopischen Untersuchung eines Haut- und
Kiemenabstrichs von einem lebenden oder einem frisch toten Fisch möglich.
Vorgehen
In Narkose machen wir Abstriche von Haut und Kiemen, welche wir unter dem
Mikroskop beurteilen. Anhand der gefundenen Parasiten entwickeln wir einen für Ihr
Haltungssystem geeigneten Therapieplan.
Bakteriologie
Ähnlich den Parasiten sind viele der bei Fischen krankheitserregenden Bakterien
fakultativ pathogen. Das bedeutet, dass sie nur unter ungünstigen Umweltbedingungen krank
machen. Besonders anfällig werden Koi bei Hautschäden aller Art. Solche Verletzungen
bilden einen idealen Nährboden für eine Vielzahl verschiedener Bakterienstämme und sind
damit eine bedrohliche Eintrittspforte für krankmachende Bakterien in den Organismus.
Darum sind Hautschädigungen bei Kois immer sehr ernst zu nehmen und frühzeitig zu
behandeln.
Vorgehen
Bei lebenden Fischen mit Hautschädigungen wird in Narkose eine Tupferprobe
entnommen, welche der Anzucht und späteren Bestimmung der Bakterien dient. Zur
Überprüfung der Therapie kann die Empfindlichkeit der Bakterien auf verschiedene zur
Behandlung in Frage kommende Antibiotika in einem Antibiogramm geprüft werden.
Bei toten Fischen kann die Bestimmung von Bakterien in
inneren Organen wie Leber oder Niere sinnvoll sein, um den Bestand wirkungsvoll behandeln
zu können.
Pathologie /
Histologie
Die Sektion eines toten Koi ist häufig empfehlenswert, um einerseits Sicherheit
über die Todesursache eines verstorbenen Koi zu erlangen, andererseits aber vor allem um
bei einem Bestandesproblem eine gezielte Therapie der übrigen Fischen einsetzen zu
können. Mit Hilfe der Histologie, der Untersuchung von Gewebeschnitten ausgewählter
Organe unter dem Mikroskop, kann häufig eine exakte Diagnose gestellt werden. Es gilt
dabei zu beachten, dass nur frisch verstorbene oder euthanasierte Fische sinnvoll
untersucht werden können.
Virologie
Bei Verdacht auf eine Viruserkrankung, bei Koi insbesondere die anzeigepflichtige Frühlingsvirämie der Karpfen (SVC,
spring viremia of carp) ist eine spezielle
Virusuntersuchung empfehlenswert. Dazu arbeiten wir mit einem entsprechend spezialisierten
Labor zusammen.
Wasseranalyse
Da eine ungenügende Wasserqualität zu einer direkten Herabsetzung des
Gesundheitszustandes von Fischen führt und über eine Schwächung des Immunsystems das
Angehen parasitärer und bakterieller Erkrankungen fördert, ist eine regelmässige
Kontrolle der wichtigsten Wasserparameter unbedingt nötig. Mit einer hochwertigen Analysemethode überprüfen wir Ihre
Messresultate. Falls Sie ein Problem mit der Wasserqualität in Ihrem Teich vermuten, ist
es bei einem Besuch unserer Praxis empfehlenswert, dass Sie rund 1 Liter Teichwasser
mitbringen, um eine allfällig nötig erscheinende Wasseranalyse durchführen zu können.
Dabei ist das Transportwasser ungeeignet, da sich stickstoffhaltige Ausscheidungsprodukte
während des Transportes anreichern und so zu einer falschen Einschätzung der Qualität
Ihres Teichwassers führen. Sie können so auch Ihre mit Tröpfchentests ermittelten Werte
mit unseren genaueren Messresultaten überprüfen. Die Wasserprobe darf dabei nicht älter
als 3 Stunden sein.
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